1 Juli 2014

Gedenken


20. Jahrestag des Todes von Frater Chris Mannion

Frater Chris Mannion, Generalrat, wurde am 1. Juli 1994 in Ruanda zusammen mit Frater Joseph Rushagajiki ermordet. Zwanzig Jahre nach seinem Tod gedenken wir seines Lebens mit einem Zeugnis von Frater Stephen Smyth, seinem Freund.

Im Folgenden bringen wir eine gekürzte Versie eines Textes, der in www.champagnat.org am 26. Juni 2014 veröffentlicht wurde.

Chris war ein guter Freund von mir über 30 Jahre hinweg. Von diesen verbrachten wir aber nur zwei Jahre zusammen in der gleichen Kommunität. Während ich viele Geschichten über die Eskapaden von Chris gehört habe, ist die meinige etwas moderater.

Wir begegneten uns zum ersten Mal 1963 in einem Sommerlager für Berufe, das von den Brüdern vom St Joseph`s College in Dumfries geleitet wurde. Über die nächsten Sommer hinweg wurden wir Freunde. Dann kam Chris 1969 nach Habay-la-Vieille ins Postulat, während ich dort im gleichen Jahr das Noviziat begann. Während dieses Jahres wurden wir wahre Brüder. Chris pflegte viele enge Freundschaften während aller Abschnitte seines Lebens und an allen Orten. Familie, Brüderlichkeit und Beziehungen spielten in seinem Leben eine zentrale Rolle.

Chris war ein leidenschaftlicher Mann. Er verliebte sich oft: mit Menschen, mit Ideen und dem Leben als solches. Er besaß eine große Energie und einen tiefen Sinn für Gerechtigkeit und Gleichheit und eine Fähigkeit für harte Arbeit. Auch als ich ihn zum ersten Mal traf, war es sein Wunsch, in der Mission zu arbeiten. Nach dem Abschluss seiner verschiedenen Studien konnte er diesen Wunsch erfüllen, als er nach Kamerun geschickt wurde.

Wir wissen alle, dass Chris ein großer Sportler war. Er liebte jede Art von Sport, besonders aber Cricket, Fußball, Tennis und Laufen. Er spielte, um zu gewinnen das Spielfeld hinauf und hinab.

Er war ein großer Leser und ein großer Erzieher. Unterrichten bedeutete ihm mehr als routinemäßiges Lernen. Mit seiner Vorliebe für Geschichte und seinem enormen Gedächtnis eröffnete er viele Quellen der Inspiration. Er erwartete immer das Beste von den anderen und forderte sie dauz heraus, dies zu erreichen. Und dies nicht nur akademische Fächer betreffend, sondern in Bezug auf das Ernstnehmen der Person. Er verlangte nicht weniger von sich selbst und durchformte das, was er lehrte. Alle behandelte er mit Respekt. Am Sacred Heart College in Kamerun war sein Spitzname „Pharao” wegen seiner starken Führereigenschaften und seines Beispiels.

Er genoss diese zehn Jahre in Kamerun: die Leute, die Kultur, den Unterricht. Als er dann nach Großbritannien als Novizenmeister zurückgerufen wurde, geschah dies nicht ohne ein gewisses Widerstreben. Aber sogleich stürzte er sich mit ganzem Herzen in seine neue Aufgabe und vertiefte dabei auch seine eigene spirituelle Bildung und durch viele Freundschaften wurde seine Liebe zu Dublin neu entfacht. All dies bereitete ihn vor für seine spätere Aufgabe als Provinzial und Generalrat.

1994 reiste ich nach Rom, um einen kurzen Urlaub mit Chris zu verbringen. Ich kam dort gerade an, als die Nachricht eintraf, dass er in Ruanda vermisst sei. Alle wurden von Traurigkeit und Unsicherheit erfüllt. Es waren schwierige Tage. Ich war auch dabei, als Frater Sean Sammon zum ersten Mal die Eltern von Chris anrief. Ihr Glaube bleibt ein Zeugnis für uns so wie das Leben von Chris.

Wir werden nie genau wissen, was Chris geschah. Aber in jenen Tagen nach Ruanda zu reisen, war typisch für Chris. Ohne auf die Gefahr zu achten, wurde er angetrieben von seiner Sorge für die Brüder und dazu, das Rechte zu tun. Sein Verlust war zugleich tragisch und prophetisch. Inspiriert von Chris bleiben wir weiterhin in Glaube und Solidarität mit allen verbunden, die vom damaligen Genozid in Ruanda betroffen wurden.

Im September 1994 versammelten sich seine Familie, die Brüder und Freunde aus ganz Großbritannien, Irland, Kanada und anderswo bei einem Gedächtnisgottes-dienst in der Pfarrei Heilige Familie in Darlington. Es waren auch viele ehemalige Schüler vom Sacred Heart College anwesend, um ihrem Pharao und seiner Familie Dank zu sagen.

Frater Stephen Smyth

 

Mehr Information über die zwei ermordeten Brüder über die folgenden Links:

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