19 Dezember 2016

Maristen in Europa


Projekt „Lavalla200>“: neue europäische Kommunität in Sizilien

Am 2. Januar wird das Institut der Maristenbrüder das 200jährige Jubiläum seiner Gründung feiern. Der Generalsuperior Frater Emili Turú schrieb in den Briefen zur Vor­bereitung während der vergangenen drei Jahre über ein neues Projekt mit der Be­zeichnung „Internationale Kommunitäten für einen neuen Anfang“ und lud alle Ma­ris­ten Champagnats dazu ein: „vor Gott darüber nachzudenken, ob man sich dazu gerufen fühlt, sein Heimatland zu verlassen, um an einer internationalen Kommunität in einer anderen Region der Welt teilzunehmen.“

logo_lavalla200Auf seine Einladung hin gab es eine beträchtliche Anzahl von Antworten. Heute läuft das Projekt „Internationale Kom­mu­ni­täten für einen neuen Anfang“ oder nach einem Beschluss des Organisationskomitees „Lavalla200>“ genannt, schon einige Zeit. Im Dezember 2015 wurde eine erste Auswahl von Kan­di­da­ten für das Projekt vorgenommen und im Mai dieses Jahres nahmen mehr als 20 Brüder und Laien an einem Ausbildungsprogramm von zwei Monaten teil, an dessen Ende sie vom Generalsuperior in die Mission ausgesandt wurden.

Die neuen internationalen Kommunitäten, die sich gegenwärtig in verschiedenen Sta­dien der Einrichtung befinden, sind an folgenden Orten: Tabatinga (Amazonien, Bra­si­lien), East Harlem (New York, USA), Mount Druitt (Sydney, Australien) und Syrakus (Sizilien, Italien). Die letztere ist die neue Kommunität für die Region Europa. Schon lange war sie ein Thema der Diskussionen und Reflexionen unter den fünf Provinzen von Europa, wie etwa auch während des letzten Treffens von CEM (Maristenkonferenz von Europa). Der Vorsitzende von CEM schreibt: „Im Bewusstsein, dass dies eine neue Kommunität ist, die mit allen Provinzen von Europa verbunden ist, ermutigen wir die Provinzen, die Kommunitäten und die Brüder, ihre Verbundenheit mit ihnen in Form von Kommunikation und Unterstützung zu zeigen.“ Um dies zu tun, veröffentlichen wir den folgenden Bericht von Frater Michael Callinan, einem der Mitglieder der neuen Kommunität in Syrakus.

siracusa

Gabriel, Frater Onorino, Mario und Frater Michael

Nach einer langen Zeit der Vorbereitung nimmt die erste „Lavalla200>“ Kommuntität in der Region Europa Gestalt an. Vor knapp zwei Monaten wurde es ernst mit der jüngsten Maristenkommunität von Europa in Syrakus, einer kleinen aber berühmten Stadt an der südöstlichen Küste von Sizilien. Die Menschen in Europa wissen sehr wohl um die Bedürfnisse in verschiedenen Ländern infolge der Ankunft von Menschen, die Asyl suchen. Vielleicht spürt man dies am schlimmsten in Italien, besonders im Süden. Die italienische Insel Lampedusa in der Nähe von Libyen ist der Zielpunkt für viele überfüllte Schiffe, die mit gemischten Erfolg an dieses Ziel gelangen. Allein im Jahr 2016 sind mehr als 150.000 Menschen an den Küsten von Italien angelangt. Eine be­trächt­liche Anzahl von diesen sind unbegleitete Minderjährige, meistens männlichen Geschlechts. Das wichtigste Ziel der „Lavalla200>“ Kommunität in Syrakus ist die Sorge um die schulische und berufliche Ausbildung dieser jungen Männer und Kinder.

Die neue Kommunität, interkulturell und international, wurde unter denen ausgewählt, die am Ausbildungsprogramm für „Lavalla200>“ in diesem Jahr teilgenommen haben. Diese Mitglieder sind: Mario Araya Olguín, 31 Jahre alt, Laienmarist aus Chile (Provinz Santa Maria de los Andes), Frater Michael Callinan, 49 Jahre alt, aus Australien (Pro­vinz Australia), Gabriel Bernardo da Silva, 27 Jahre alt, Laienmarist aus Brasilien (Pro­vinz Brasil Centro Sul) und Frater Onorino Rota, 69 Jahre alt, aus Italien (Provinz Mediterránea). Onorino hat viele Monate zusammen mit anderen aus seiner Provinz in der Planungsphase mitgewirkt und kam als erster in Syrakus an. Nachdem er alle Über­einkünfte mit der Diözese von Syrakus in Bezug auf die Unterkunft und andere prak­tische Dinge erledigt hatte, kamen auch Michael, Mario und Gabriel dorthin, nachdem ihre Visa genehmigt waren.

Die drei Nichteuropäer sind mit täglichen Sprachkursen beschäftigt und die ganze Kom­mu­nität hat damit angefangen, ein Zentrum für „erstes Willkommen“ 15 Minuten nördlich von Syrakus als freiwillige Mitarbeiter zu besuchen. Die meisten Jungen und junge Männer in diesem Zentrum kommen aus Westafrika. Der Dienst bei ihnen ist einer der Schritte zur Abklärung der Situation für die Mitglieder der Kommunität. Da­neben werden Möglichkeit der Zusammenarbeit mit der Diözesanstelle von Caritas Ita­lien, dem italienischen Roten Kreuz und anderen Hilfsorganisationen untersucht.

Es besteht ein großes Bedürfnis für die Unterrichtung, Ausbildung und Begleitung der jungen Menschen, die Asyl suchen, besonders in diesem Teil von Europa. Sie haben ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um Situationen zu entkommen, die geprägt waren von Gewalt, Armut, Verfolgung und Schießereien. Die Mitglieder der „Lavalla200>“ Kommunität blicken hoffnungsvoll in die Zukunft: Ihre zunehmende Kenntnis der italienischen Spra­che ist ein Garant der Hoffnung und der praktischen Hilfe für diese jungen Men­schen, die sich nach Hilfe sehnen. Schon die anfänglichen Unternehmungen der Kom­mu­nität wurden von der Kirche vor Ort und den verschiedenen Hilfswerken und Ver­ei­nigungen begrüßt, obwohl das Kommunitätsleben und die Missionsreise der „La­val­la­200>“ Kommunität noch in den Anfängen steckt.

Betet bitte für sie und für diejenigen, die sie begleiten, bei dem Eintreten der Region von Europa in ein neues Land.

Frater Michael Callinan
1. Dezember 2016

Weitere Informationen zum Projekt „Lavalla200>“:
www.champagnat.org/400.php?a=24

 

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