31 August 2017

Maristen in der Welt


Zu Hause… am anderen Ende der Welt

Eine Konferenzhalle. Menschen sitzen an Tischen, halten inne in der Betrachtung von Bildern. Eigentlich eine ganz normale Konferenzsituation (übrigens, die Person in dem lila Pullover bin ich). ABER: All die Menschen auf dem Bild sind Lehrer und Schulleiter an einer der 53 Maristenschulen in Australien. Die Konferenzhalle befindet sich in einem katholischen Zentrum in Melbourne. Ups, wieso nehmen zwei Deutsche (der Kopf von Frater Winfried ist auf der rechten Seite erkennbar) an einer Kon­ferenz in Australien teil? Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich tatsächlich dort war und an der „Marist Schools Biennial Conference“ teilgenommen habe. Aber es war so und es war ein überwältigendes Er­leb­nis. Nicht nur die Konferenz mit den interessanten Darstellungen und Reden von Father Kevin Lenehan, der zu uns über die Frage sprach, wie ka­tholische Erziehung in unserer Zeit von schwindendem Glauben noch mög­lich ist – eine Frage, die leider auch uns Europäern nur allzu be­kannt ist. Gemäß einer Statistik hat sich die Zahl der „nicht religiösen“ Menschen in Australien in den letzten 20 Jahren beinahe verdoppelt. Gleich­zei­tig sinkt kontinuierlich die Zahl der Menschen, die sich als Chris­ten bezeichnen und die Frage was „Christsein“ in diesem Zu­sam­men­hang bedeutet, ist dabei auch noch nicht geklärt. Father Kevin wies da­rauf hin, dass wir als christliche Er­zie­her dazu aufgerufen sind glaub­wür­dige und authentische Zeugen des Evangeliums zu sein, weil wir oft die einzigen „echten“ Christen sind, de­nen die jungen Menschen in ihrem Leben begegnen. Es liegt in unserer Verantwortung unseren Schülerinnen und Schü­lern und all den jungen Menschen, mit denen wir arbeiten, die Freude am Glauben an das Evangelium und an Gottes Liebe zu zeigen und sie so zu einem gläubigen Leben als Erwachsene zu führen.

Natürlich ist ein Flug von mehr als 20 Stunden zu lang um nur an einer dreitägigen Konferenz teilzunehmen, also fügten Frater Winfried und ich ein paar Tage Ferien an. Diese konnten wir nicht in Melbourne verbringen, also flogen wir nach Sydney und verbrachten dort einige Tage mit den Brüdern in der Kommunität in Eastwood. Und ich muss sagen, ich fühlte mich dort wirklich zu Hause. Die Brüder taten alles, damit wir uns dort willkommen fühlten und von Anfang an war es eine freundliche und war­me Atmosphäre. Sydney war wirklich einen Besuch wert und auch wenn ich während meines Aufenthaltes in Australien nicht ein Känguru gesehen habe, habe ich ihn wirklich genossen. Und ich mag den australischen Winter – 21 Grad Celsius und Sonne. Aber man sagte uns, dass dies der wärmste Winter in den letzten 90 Jahren war. Ich muss auf jeden Fall noch einmal nach Australien – ich möchte immer noch Kängurus sehen. Und ich möchte sehen, wie Lehrer in Australien arbeiten. Wir werden sehen. Vielleicht kann ich ja mal für ein Praktikum zurück. Wer weiß. 

Ulrike Weber

Frater Winfried Schreieck und Ulrike Weber

 

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