3 September 2018


Besuch von gefallenen Brüdersoldaten des Ersten Weltkriegs

Besuch von gefallenen Brüdersoldaten des Ersten Weltkriegs

Vor einem Jahrhundert endete der Erste Weltkrieg. Dies war der Anlass, an jene Brüder zu denken, die während des Ersten Weltkriegs als Soldaten gestorben sind.

Von unserer Provinz haben alle fünf Länder solche Toten zu beklagen. Was die 43 deutschen Brüder angeht, so starben die meisten in den Gefechten in Belgien und Frankreich.

Durch die Beschäftigung mit den Biographien kamen die Fratres Michael, Augustin und Alois auf den Gedanken, einmal die Gräber der Brüder zu besuchen, von denen sie wussten, wo sie begraben sind.

Frater Augustin hat über den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge nachgeforscht, in welchen Militärfriedhöfen in Frankreich und Belgien Brüder beerdigt sind. So machten sich vor drei Jahren die drei Brüder auf den Weg. Von Kessel-Lo aus, wo ihnen die Brüder Gastfreundschaft anboten, starteten sie an drei Tagen zu den entsprechenden Friedhöfen.

Sie suchten die Grabstellen auf, lasen die Biographie des entsprechenden Bruders, entzündeten ein Grablicht und beteten für den verstorbenen Bruder. So konnten sie in diesen Tagen 15 gefallene Brüder besuchen. Sie wussten, dass es noch einige gibt, von denen man herausfinden kann, auf welchem Friedhof sie ruhen.

Frater Provinzial Brendan wusste von diesen Besuchen und stärkte die drei Brüder, weitere Nachforschungen anzustellen. Von drei weiteren Brüdern konnte man noch herausfinden, wo sie begraben sind.

Am 14. Juli starteten nun Frater Provinzial Brendan und Frater Alphonse von Kessel-Lo aus Richtung Colmar im Elsass, um bei den französischen Brüdern in Issenheim zwei Tage zu verbringen. In Straßburg trafen sie Frater Augustin und Frater Alois aus Mindelheim. Nach dem Besuch der Kathedrale ging es nach Issenheim weiter, wo wir bei den Brüdern übernachten konnten.

Am nächsten Tag besuchten wir den Soldatenfriedhof in Cernay – nicht weit von Issenheim – um dort das Grab des Mitbruders Frater Armandus Lamers zu besuchen. Wir hörten seine Biographie, beteten und sangen das Salve Regina. Am selben Tag besuchten wir auch den hart umkämpften Hartmanswillerkopf, wo viele Tausende Soldaten gefallen sind und natürlich auch das wunderbare Museum „Unter den Linden“ in Colmar.

Am 16. Juli verließen wir die Brüder in Issenheim und fuhren Richtung Pfalz, um in St. Martin Frater Winfried Schreieck zu treffen, dessen Neffe eine Weinhandlung hat.

Wir verbrachten dort die Nacht und brachen am 17. Juli Richtung Reims auf, um dort zwei weitere Friedhöfe zu besuchen, wo Brüder begraben sind. Frater Josef Lambert Reith liegt auf dem Friedhof in St. Etienne-à-Arnes (gefallen im April 1918) und Frater Josef Bergner auf dem Soldatenfriedhof in Warmériville (gefallen im September 1917). Auch hier beteten wir und empfahlen der Mutter Gottes die Brüder.

Nach dem Besuch der Kathedrale von Reims ging es Richtung Kessel-Lo, wo wir gegen Abend ankamen.

Wir wissen nicht, ob Angehörige das Grab der toten Brüder schon früher besucht haben. Wir waren sicherlich die Ersten von uns Brüdern. Mögen sie alle im Frieden Gottes ruhen.


Ein Haus für Gäste

Ein Haus für Gäste

Das Haus für Gäste in Dennenstraat (Nimwegen) hat im Monat August 2014 seine Pforten geöffnet. Das Ziel war, Jugendlichen zwischen 12 – 17 Jahren die Möglichkeit zu geben, für eine gewisse Zeit von ihren Eltern weg zu sein, ohne den Kontakt mit ihren Eltern zu verlieren. Es war übrigens vorgesehen, dass diese Jugendlichen nach ihrem Aufenthalt in unserem Gästehaus zu ihren Familien zurückkehren. Die Initiative für ein solches Haus kam von den Dominikanerinnen und den Maristenbrüdern, denen sich die Schwestern von Julie Postel danach angeschlossen haben.

Das Projekt eines solchen Hauses wurde mit der Zustimmung der Kommunalbehörden von Nimwegen gestartet. So war es einen schöne Initiative von verschiedenen Kongregationen und den städtischen Behörden. Diese selbst sahen vor, drei bis vier ähnliche Häuser in Nimwegen zu gründen.

Die Leitung des Gasthauses hat am 01. Juli 2018 entschieden, das Haus aus verschiedenen folgenden Gründen zu schließen.

Der erste Grund zur Schließung des Hauses war die Entscheidung von 2015 des Zentrale, die Jugendsozialhilfe des Staates und der Provinz den Kommunen zu geben. Dadurch entstand eine neue Dynamik. Ambulante Pflege für die Jugendlichen, die in ihren Familien blieben, wurde schnell in die Wege geleitet, wodurch die Familien von nun an auf eine besondere Hilfe zählen konnten.  Diese Entwicklung war für die Jugendlichen auch sehr positiv, weil sie in ihren Familien bleiben konnten.

Die Stadtverwaltung von Nimwegen war sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst und hat angepasste Strukturen geschaffen, um den Jugendlichen und den Familien zu helfen.

Die Initiative der Kongregation hat eine Vermittlerrolle gespielt. So schien es, dass nach vielen Gesprächen mit der Stadt die Hilfe der Kongregation nicht mehr notwendig war.

Ein anderer Grund ist, dass in den letzten Jahren unser Gästehaus mehrmals angefragt wurde, sehr schwierige Jugendliche zu übernehmen, denen wir nicht helfen konnten.

Der dritte Grund ist schnell aufgekommen, dass für solche Jugendliche die Rundumbetreuung von 24 Stunden von unserem verantwortlichen Team nicht geleistet werden konnte.

Die betroffenen Kongregationen waren über ihre Erfahrungen sehr zufrieden und die Begleiter der Jugendlichen können mit Zufriedenheit auf ihre Arbeit zurückblicken. Wir können in aller Demut sagen, dass die Jugendliche, die in unserem haus wohnten, auch sehr zufrieden waren.

Die Kongregationen können sagen, dass sie sich zu einem Zeitpunkt zusammengefunden haben, wo der Anruf sehr dringend war, und sie darauf positiv geantwortet haben. Sie können sich heute zufrieden und stolz über ihre erreichte Arbeit zurückziehen. Wir können glücklich und dankbar auf diese Erfahrungen schauen, auf das soziale Engagement der Kongregation und des Ehepaares, das für das Haus verantwortlich war. Glücklich auch darüber, dass ein ruhiger und friedvoller Empfangsraum für zahlreiche Jugendliche geschaffen wurde, die von dieser aufmerksamen Gegenwart der verantwortlichen des Hauses profitieren konnten.

16 August 2018


CMI 2018

Mindelheim

Maristische Volontäre besuchen mit ihren Betreuern den Gründungsort der Maristenbrüder in Hermitage

Ende Juli besuchten maristische Volontäre mit ihren Betreuern den Gründungsort der Maristenbrüder in Hermitage bei Saint-Chamond. Sowohl die drei afrikanischen Volontäre bei uns als auch die zehn neuen deutschen Volontäre, die im August- September für ein Jahr an maristische Niederlassungen im Ausland gehen, sollten den Gründungsort der Maristenbrüder kennenlernen, um an der Quelle Kraft für ihren Einsatz zu holen

Die drei südafrikanischen Volontäre aus Johannesburg beschreiben ihre Erfahrungen von dieser Fahrt so:

„Als internationale Volontäre für 2018 der CMI bekamen wir die Möglichkeit, mit den zehn neuen deutschen Volontären und dem Betreuerteam die Reise nach Frankreich zu machen, um zu lernen, was es heißt, ein Marist zu sein. Unsere Unterkunft für eine Woche war „Unsere Liebe Frau von Hermitage“, das von Marzellin gebaute Haus, das uns nicht nur für einige Tage ein wunderbares Zuhause bot, sondern auch eine neue Sicht auf die Geschichte von Marzellin Champagnat in seinem Geburtsland aufzeigte.

Da wir alle aus Maristenschulen kamen, erhielt unsere Gruppe jeden Tag mehr Einblick auf Marzellin Champagnat und sein Werk, aber auch auf die maristischen Werte, die für uns wichtig sind.

Unser Programm war vollgespickt mit Besuchen im Gründungshaus selbst und im Geburtshaus bei Marlhes des heiligen Marzellin, wo er aufwuchs und wo er die Dynamik seiner Familie erfuhr, aber wir lernten auch die Auswirkungen kennen, die er und seine Brüder den Menschen überall in der Welt noch heute gibt. Diese Erfahrungen schweißte unsere Gruppe zusammen.

Unser Besuch in Lyon, eines der schönsten Städte in Frankreich, war ebenfalls wichtig bezüglich Geschichte und dem starken marianischen Einfluss auf die Kirche und die Region.

Da wir Teil dieser heutigen Volontärsgruppe waren, fühlten wir uns vereint bezüglich Kultur, Sprache, Nationalität und Rasse. Es merkten keine Grenzen, als wir in Marzellins Zimmer Geschichten unserer Familien erzählten und Erfahrungen austauschten, wie manche Dinge unser Leben veränderten oder wo wir eineinhalb Stunden als Gruppe im Wald schweigend unterwegs waren. Wir fühlten immer einen Familiengeist bei uns, ob wir sangen, musizierten, beteten oder zusammen aßen.

Am Ende dieser Reise spürten wir ein Gefühl der Unterstützung auf ganz verschiedenen Ebenen: Durch die Geschichte von Champagnat und sein Werk und durch die Maristenbrüder und maristische Niederlassungen in der ganzen Welt. Und schließlich findet jeder Halt durch jeden von uns jungen Volontären, die dem Ruf gefolgt sind, zu dienen und nützlich sein können wo immer wir es gebraucht werden. Unsere Hermitage-Reise kann in einem Wort zusammengefasst werden: „Jubel – Freude“!

Palesa, Shari und Murpry, CMI-Volontäre 2018

1 August 2018


FMSI at the MGF & FMSI at the MSI

Bildunterschrift:

Zu Gast am MGF waren Jasmin Nimar, Francesco Mastrorosa, Marzia Ventimiglia und Federica De Benedittis.

FMSI am MGF

Kürzlich besuchten drei Mitarbeiter der internationalen Maristen Solidarität in Rom zusammen mit der Provinz-Beauftragten Jasmin Nimar das Maristen-Team am MGF.

Ziele waren das gegenseitige Kennenlernen, das Vorstellen internationaler Bildungprojekte der Maristen, ein Betrachten des Status Quo an der Schule bezogen auf maristische Aktivitäten und Anregungen für künftige Events.

So haben in den letzten Monaten und Jahren am MGF zahlreiche Aktionen stattgefunden, wie etwa das große Champagnat-Musical, die Erstellung einer Maristenbibel zusammen mit den anderen deutschen Maristenschulen, der internationale Weihnachtskartenwettbewerb, bei dem unsere Schülerin Daniela Tran aus der 8a gewonnen hat oder die Förderung eines Schulprojektes im Ostkongo über den Benefizlauf „Kinder laufen für Kinder“. Weiteres waren z.B. die Verbesserung der Kommunikation über maristische Aktivitäten generell oder die alljährliche Spendenaktion im Advent diesmal für Frater Bernhard Tremmels Schulzentrum in Sen Monorom/Kambodscha. Höhepunkt im aktuellen Schuljahr war die Gestaltung der Weihnachtsfestivitäten am MGF zusammen mit dem Förderverein, wo das Maristenteam einen Weihnachtsbasar organisierte und gemeinsam mit Domdekar Neumüller und der ganzen Schulfamilie den Weihnachtsgottesdienst feierte.

Die Mitarbeiter von FMSI stellten ihre Arbeit vor, die vor allem darin besteht, den Bedarf der verschiedensten internationalen Projekte zu erfassen, Mittel zuzuweisen und die Umsetzung zu begleiten. Außerdem wurden Tipps gegeben, wie etwa das Verkaufen eines Päckchens Reis an den Schulen, dessen Erlös syrischen Flüchtlingen im Libanon zugute kommt. Über Kochrezepte und deren Austausch könnte für unsere Schüler ein konkreter Bezug zur Notsituation betroffener Menschen hergestellt werden.

Jasmin Nimar ist u.a. für die weitere Vernetzung der Maristenschulen untereinander sowie die Kontakte zur Freiwilligenorganisation CMI und als deutsche Vertreterin der FMSI zuständig. Nach ausgesprochen anregenden Diskussionen und einer kurzen Schulbesichtigung konnten die Besucher sich noch am Auftritt der Kindernarhalla Altdorf auf dem Unterstufenfasching erfreuen.

Besuch aus Rom bei der Maristen-Solidarität Furth

Furth. Vor kurzem erhielt der Further Verein Maristen Solidarität International (MSI) einen Besuch dreier Vertreter der Fondazione Marista Solidarieta Internationale (FMSI) aus Rom, der zentralen Koordinierungsstelle für maristische Förderprojekte in aller Welt. Begleitet wurde die Gruppe von der neuen Beauftragten der Provinz Europa Zentral West.

Zweck des Treffens waren der Austausch über die jeweiligen Tätigkeitsfelder, ein besseres gegenseitiges Kennenlernen und die Planung der weiteren Zusammenarbeit. Maristenbrüder sind in über achtzig Ländern der Welt aktiv und betreiben vor allem Bildungseinrichtungen wie Grund- und Hauptschulen, oder auch Gymnasien und sogar einige Hochschulen. Aber auch Krankenhäuser, Notversorgung mit Medikamenten und Essen, Flüchtlingshilfe und viele andere Sozialprojekte gehören zu ihrem Programm – ganz im Sinne des Ordensgründers Marzellin Champagnat, also fokussiert auf Menschen in besonders schwierigen Lebenssituationen.

Die Aufgaben der FMSI bestehen nun darin, diese internationalen Projekte zu begleiten, die Mittelvergabe aus verschiedenen Hilfsorganisationen zu koordinieren und die Fortschritte zu dokumentieren. Auf diese Weise wird es möglich, Spendengelder noch gezielter einzusetzen und z.B. in Akutlagen schneller zu reagieren. So konnte der Further Verein kürzlich für Bildungsprogramme 60 000 Euro für den Südsudan und 35 000 Euro für Südafrika anweisen.

Für die Maristen Solidarität International ist die Zusammenarbeit mit der römischen Zentralstelle von großer Bedeutung, denn dadurch ist ein besonders wirksamer, transparenter und kostenneutraler Einsatz der Spendermittel gewährleistet.

Jasmin Nimar steht als Ansprechpartnerin der FMSI in Deutschland zur Verfügung. Außerdem ist sie zuständig für die weitere Vernetzung der europäischen Maristenschulen, für die internationalen Freiwilligenprojekte und für Fundraising.

Bildunterschrift:

Peter Dierl, Marzia Ventimiglia, Francesco Mastrorosa, Frater Andreas Krupp, Johannes Räpple,

Federicade Benedittis, Jasmin Nimar und Frater Gerhard Ippisch (v.l.)


Cham Maristenbrüder verlassen nach 95 Jahren die Stadt

Am 06. Juni 2018 wurden die letzten drei Maristenbrüder in einer offiziellen Feier verabschiedet.Wir kennen das geflügelte Wort: „Alles hat mal ein Ende“. Ja, nach langem Wirken in Cham haben nun die letzten drei der dort lebenden Mitbrüder die Stadt verlassen, wovon zwei in die Zentrale nach Furth bei Landshut umgezogen sind.

Die ersten Maristenbrüder kamen am 23. April 1923 nach Cham und zogen ins Cordon-Haus ein. Man begann mit finanzieller Hilfe des Generalates in Grugliasco (Italien) mit dem Bau des Studienheims, eine Voraussetzung für die Eröffnung einer staatlichen Schule in Cham. Schon am 03. Dezember 1924 zogen die Brüder mit etwa 100 Buben ein und führten ab 1932 eine eigene Volksschule, die auf Anweisung Hitlers 1937 geschlossen werden musste. Die Stadt Cham kaufte das Gebäude, um zu verhindern, dass das Haus konfisziert wurde. Während des Krieges wurde das Schülerheim besetzt und wurde nach dem Krieg auf große Bitte an die UNRRA wieder geräumt.

Ab 1946 konnten die Maristenbrüder das Studienheim wieder zurückkaufen und begannen im Januar 1947, interne Schüler aufzunehmen. Ein Großteil der Internatsschüler besuchte das Gymnasium in der Nähe. Im Jahr 1958 wurde zur Entlastung des Hauses ein neues Gebäude hinzugefügt, das für Brüder, Angestellte und ältere Schüler vorgesehen war. Drei Jahre später eröffneten die Brüder eine neue Mittelschule (Realschule) im Internatsgebäude; Frater Helmut Peter war der erste Schulleiter. Er begann mit der Planung eines neuen Schulgebäudes oberhalb des Studienheims.  Im Jahr 1966 war der Umzug in den Neubau und man erhielt die staatliche Anerkennung der Schule. 1975 fügte man einen Fachklassentakt hinzu und 1984 eine größere Turnhalle und 2002 einen Allwettersportplatz auf dem Parkdeck im ehemaligen Garten. Frater Dietmar Wagner übernahm die Leitung der Schule ab 1977. Im Jahr 2007 ernannte die Schulstiftung Herr Josef Maier zum neuen Direktor.

Zur finanziellen Unterstützung der Schule wurde schon 1973 der Verein „Freunde der Maristen-Realschule Cham e.V.“  gegründet, der bis heute seine Plicht tut.

Das Internat im Studienheim wurde 1994 geschlossen, da immer es immer weniger Interne gab. Der Brüdermangel wurde immer stärker, da nur ganz wenige Bruder werden wollten. So war man auch gezwungen, ab 01. August 2006 die Maristen-Realschule an die Schulstiftung der Diözese Regensburg zu übergeben. Die noch verbliebenen Brüder zogen sich in das Nebenhaus zurück. Das Studienheim wurde für andere Gruppen vermietet. Schließlich wurde zuerst Schule und Grundstück an die Schulstiftung verkauft, später dann auch Studienheim und Grundstück.

Da die Schulstiftung einen Neubau beim Studienheim plant, wo beide klösterlichen Realschulen für Buben und Mädchen in Cham zusammengefasst werden, muss auch der Nebenbau, wo die letzten drei Brüder wohnen, abgerissen werden. So hat der Provinzialrat den Beschluss gefasst, dass die Brüder an einen anderen Ort umziehen. Wir Maristen haben unsere Arbeit in Cham mit Gottes Hilfe getan: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, …“. Wir stehen zu Gottes Wort!

Der Regensburger Bischof Rudolf Vorderholzer ließ es sich nicht nehmen, zu diesem Abschied selbst nach Cham zu kommen, begleitet mit Domdekan Johannes Neumüller, Direktor der Schulstiftung, die die dortige Maristen-Realschule ab August 2006 übernommen hatte. Dazu kamen Landrat Franz Löffler, Bürgermeisterin Karin Bucher, viele Ehrengäste, Mitbrüder aus anderen Niederlassungen, ehemalige und aktuelle Lehrkräfte und natürlich alle Schüler der Realschule.

Bei dem feierlichen Gottesdienst in der Schulaula verwies der Bischof auf den schwierigen Anfang in der Stadt: die Inflation von 1923 und die spätere Vertreibung der Brüder in der Nazizeit. Mit Gottes Hilfe harrten die Brüder aus und setzten ihre Arbeit bei der Erziehung der Jugendlichen fort. Herr Landrat Löffler, selbst ehemaliger Schüler, lobte im anschließenden Festakt mit ganz persönlichen Erinnerungen die Brüder, dass sie das Grundprinzip ihres Gründers „Um ein Kind gut zu erziehen, muss man es lieben“ immer treu bewahrt haben und so beigetragen haben, Stadt und Umland zu prägen.

Alle weiteren Redner sprachen von einem Tag der Traurigkeit, drückten auch immer wieder ihren Dank für die Leistung der Brüder in den vergangenen 95 Jahren. Frater Brendan Geary, Provinzial, bestätigte, was schon Rektor Josef Maier angedeutet hat: „Die Maristenbrüder verlassen jetzt den Schulberg. Trotzdem wissen wir, dass wir nicht allein gelassen werden“. Ja, die maristische Zusammenarbeit mit der Schule wird auch zukünftig fortgesetzt.


Mindelheim Maristisches Volontariat – Shari und Palesa

Seit fünf Jahren entsendet das Maristische Volontariat   etwa sechs Abiturienten für ein Jahr an Orte in der Welt, wo die Maristenbrüder Niederlassungen haben, um dort mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.

Dieses Jahr kamen nun im April zum ersten Mal zwei junge Damen nach Deutschland, um hier ebenfalls mit Kindern und Jugendlichen Erfahrungen zu sammeln. Sie waren bereit, auf folgende Fragen zu antworten:

  1. Aus welchem Land kommt ihr?

Wir kommen aus Südafrika aus der Stadt Johannesburg

  1. Was habt ihr bisher dort gemacht?

Palesa: Ich studiere dort Jura und habe bereits zwei Jahre an der Rhodes Universität des vorgeschriebenen Lehrplans hinter mir. In diesem Jahr beschloss ich, eine Auszeit zu nehmen, um als Volontärin zu arbeiten. Ich begann im Januar in einer Maristengemeinschaft in Kwazulu und will nun weitere Erfahrungen hier in Mindelheim machen.

Shari: Ich habe im Dezember 2017 meinen Schulabschluss gemacht, dann im Januar in Addo das Volontariat bei den Maristenbrüder begonnen und beschlossen, mit meiner Freundin nach Mindelheim zu gehen, bevor ich mein Universitätsstudium beginne.

  1. Welche Kontakte habt ihr in eurem Land mit uns Maristen?

Wir beide gingen an das Sacred-Heart-Kolleg der Maristenbrüder in Johannesburg.

  1. Was hat euch bewogen, hier nach Mindelheim zu kommen? Was macht ihr hier?

 

Wir haben die Gelegenheit bekommen, als erste südafrikanische Volontäre nach Deutschland zu gehen, weil ja schon einige deutsche Volontäre an unserer Schule gearbeitet haben. Hier arbeiten wir in zwei Kindergärten:

Palesa im Kindergarten „Marzellin Champagnat“ und Shari im Luxenhofer-Kindergarten von 8 Uhr – 16 Uhr. Dreimal in der Woche besuchen wir natürlich auch einen Deutschkurs, um unser Deutsch zu verbessern.

  1. Welche Eindrücke habt ihr bisher gemacht? Wie gefällt es euch?

Palesa: Die maristische Gemeinschaft hier und unsere Gastfamilien sind sehr um uns besorgt und unterstützen uns. Es ist gut, aus der heimatlichen Behaglichkeit auszubrechen, um Neues zu erleben.

Shari: Ich möchte nicht lügen. Deutschland war zuerst ein Kulturschock, aber auf positive Weise. Wie Palesa sagte: Wir lernen eine andere Kultur kennen, eine andere Sprache und wie hier das Arbeiten mit Kindern geht. Alles war zuerst recht mühsam und außergewöhnlich. Doch wir merkten, dass wir hier herzlich aufgenommen sind und mögen Mindelheim und Deutschland.

 

  1. Welche Ziele habt ihr für die Zukunft?

Palesa: Ich möchte zuerst mein Universitätsstudium beenden und dann einen Weg finden, wie ich arbeiten kann, dass ich mich einerseits wohl fühle aber auch Menschen helfen kann.

Shari: Vielleicht eine Änderung zu beginnen. Ich hoffe, Menschen mit meinem Schreiben und meinen Ideen zu inspirieren. Ich fühle, als ob die Welt rückwärtsgeht, aber fühle auch in mir ein Potential, durch meinen Dienst zu einer Änderung wirklich beitragen zu können. Mein Ziel ist, immer mehr inspirierend zu wirken.

Vielen Dank für das Interview. Wir Maristenbrüder wünschen euch hier alles Gute. Wir und das Team von CMI wollen dazu beitragen, dass ihr euch wohlfühlt; denn unsere Volontäre fühlten sich bei ihrer Arbeit in Südafrika ebenfalls sehr wohl.

13 Mai 2018


Treffen mit dem Thema „CREDO“.

Im Rahmen der „Tage in Genval“ fand am Samstag, 05. Mai 2018, in Genval (Belgien) ein Treffen statt, wo es um das Credo ging, genauer gesagt, um den ersten Teil im Glaubensbekenntnis: „Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen“.

Mehr als 40 Personen hatten sich zu dieser Tagung angemeldet und haben an den gemeinsamen Überlegungen mitgewirkt, wo es doch um die Wirklichkeit des Glaubens ging, einem Gott-Vater, den wir im Innersten unseres eigenen Lebens begegnen können. Diese Gnadengabe wird jedem gewährt, der darum bittet. Im Licht der biblischen Lehre und des Zeugnisses von dem einen oder anderen Menschen konnten sich die Teilnehmer über ihren eigenen Glauben bewusst werden, über ihr eigenes Vertrauen zu diesem einen Gott, der schließlich nur Liebe ist. Er gibt sich uns durch sein Wort, das sich in seinem eigenen Sohn augenfällig zeigt, der gekommen ist, um uns Gott als seinen, aber auch unseren Vater zu zeigen.

Die Teilnehmer kamen aus allen Ecken Belgiens; auch Frater Gerard de Haan als stellvertretener Provinzial kam aus den Niederlanden zu uns, um an dieser brüderlichen Begegnung teilzunehmen.

Ein zweites Treffen, das über das Thema SOHN geht, wird im November stattfinden, als Vorbereitung auf Advent und Weihnachten.

16 April 2018


Das Labyrinth

Das Labyrinth von Westerhelling

Ein Labyrinth? Viele Menschen kennen so etwas nicht und auch nicht seinen Nutzen. „Was ist das, ein Labyrinth?“  Eine Frage, die man in seiner Umgebung oft hört.

Bei einem Wochenende mit unseren studierenden Gästen im Haus der Stille (Stiltehuis) von Westerhelling (Nimwegen) habe ich ihnen kurz das Bestehen eines Labyrinths in unserem Gelände gesagt und habe ihnen auch die Gründe dazu gesagt. Da einige davon ein gewisses Interesse zeigten, habe ich ihnen die beste Art geschildert, wie man den Labyrinthweg benützt. Zuerst muss man natürlich den Eingang des Weges finden, der von fünf großen Steinen und einer Informationstafel gekennzeichnet ist.

Die Idee zum Bau eines solchen Labyrinths kam von Frater Gerard de Haan, der damit die Zweihundertjahrfeier unserer Institutsgründung hervorheben wollte.

Das Labyrinth hat die gleiche Form wie das, das man in der Kathedrale von Chartres bestaunen kann. Gerard Löbker, ein Karmelit, hat anfangs Februar 2017 die Verwirklichung des Projekts gestartet. Er bediente sich dabei wesentlich von Bauresten und verschiedenen roten Backsteinen, um den Labyrinthweg zu formen. Die Länge betrug für Hin- und Rückweg einen Kilometer. Als Werkzeug benützte er hauptsächlich seine Hände, kleine Geräte und viel guten Willens.  Man muss sagen, dass das Ergebnis erstaunt. Das Labyrinth schafft wirklich um sich herum eine Art geheimnisvoller Atmosphäre, der Einheit und der Brüderlichkeit. Es lädt wirklich die Benützer zu einer inneren Pilgerreise ein.

Die offizielle Einweihung fand am 6. Juni statt, am Fest unseres heiligen Marzellin Champagnat. Frater Gerard sprach einige Segensworte und lud danach die Anwesenden ein, „sich auf die Reise zur Entdeckung ihres Herzens zu begeben“.

Ja, das ist wahr! Wenn man sich auf den Weg des Labyrinths begibt, hat man noch keine Gedanken darüber, was man vielleicht spüren wird. Man kann sich nicht verlaufen; das ist schon ein Vorteil! Eine Rückbesinnung auf sich selbst ist wahrscheinlich kürzer als der Rückweg in den Alltag. Den Interessierten wird angeraten, auf halben Weg für eine Pause zu nützen, um sich folgende Fragen zu stellen: „Welche Gefühle entstanden bei mir unterwegs? Welchen Einfluss könnten sie haben, wenn ich zu meinem normalen Leben zurückkehre?“  Es kommt dann der Augenblick, den Weg zu kürzen und sich von Neuem zum Startpunkt zu begeben. Die Wege des Labyrinths sind unvorhersehbar. Manchmal hat man den Eindruck, einerseits nicht weit von der Mitte zu sein, andererseits am äußersten Rand des Labyrinths, um sich schließlich und plötzlich in der Mitte zu finden. Ist dies vielleicht der Hinweis auf unser gegenwärtiges Leben?

Das Labyrinth hat seit seinem Bestehen etliche Leute berührt. Vor kurzem hat mir jemand Folgendes anvertraut: „Ich bemerkte, dass ich Angst hatte, mich auf dem Weg zu verirren; und dann, beim Überprüfen des Weges, sah ich Fußspuren. Dann wurde mir bewusst, dass ich oft dem Weg folgte, den mir andere vorgaben. Mein Entschluss war, zukünftig zu versuchen, meinen eigenen Weg zu gehen“

Eine andere Person mit Burnout sagte mir: „Ich fand den Pfad des Labyrinths sehr interessant, weil ich merkte, dass der Hinweg und der Rückweg gleich lang waren. Meine aktuelle Situation kommt wahrscheinlich aus den zahlreichen Verirrungen in der Vergangenheit. Mein Fazit ist nun, dass keine Eile notwendig ist und dass der Rückweg (ins Leben) noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen wird.“

Eine der Jugendlichen im Haus der Stille plagt ihren Perfektionismus und machte folgende Erfahrung: „Ich bin zweimal den Weg des Labyrinths gegangen. Beim ersten Mal nahmen mich die schönen rotfarbenen Farben eines Baumes (Japankirsche) in der Nähe des Labyrinths gefangen.  Bei meinem zweiten Lauf merkte ich, dass der Baum mit den wunderbaren Blättern aber auch viele abgestorbene Blätter hatte. Dies hat mich berührt; denn trotz der vertrockneten Blättern behielt der Baum seinen ganzen Glanz. Ich verstand, dass das Wesentliche nicht in der Perfektion besteht und dass die wenigen vertrockneten Blätter nicht die persönliche Schönheit wegnehmen kann.“

Von einem Fenster des „Stiltehuis“ kann man einen Blick auf das Labyrinth werfen. Daher konnte einer der Jugendlichen sehen, wie ein Fuchs das Labyrinth durchquerte. Man kann auch mit Bewunderung feststellen, dass zahlreiche Blumen überall im Garten zu wachsen beginnen, dass gelbe Narzissen das Labyrinth umgeben und dass andere Kräuterpflanzen, wie zum Beispiel Kamille, um den Park herum aus der Erde sprießen. Es lebe der Frühling!

Ich hoffe, dass in den kommenden Jahren viele Menschen kommen, um das Labyrinth zu durchlaufen. Ob es das erste Mal ist oder ein weiteres Mal – und durch das Durchschreiten mit einer neuen Erfahrung für ihren Alltag bereichert werden

Jacques Scholte

 

4 April 2018


An Easter Gesture

Am Freitag, 23. März, haben sich im Institut „Sainte Marie“ in Arlon (Belgien), einer früheren. Maristenschule, etwa 400 Jugendliche getroffen, um an diesem Vormittag gemeinsam Eucharistie
unter dem Zeichen der Ostersymbolik zu feiern.
Bei dieser Gelegenheit hat Frater Albert von Habay-La- Vieille, der wegen seines vielfältigen
Engagements in der Schule recht bekannt ist, einer zwölfjährigen Schülerin nach einer kurzen
Erklärung die Ikone überreicht, die von Herrn Nektarios Mamais für das Generalkapitel geschaffen
wurde.
Das Mädchen hat dann diese Ikone in symbolischer Weise an den Direktor der Schule, Herrn Michel
Colling, weitergegeben.
Dies war eine wunderbare Gelegenheit, Schüler und Lehrerschaft zu sensibilisieren, um den Alltag im
Geist von Marzellin Champagnat zu leben.

13 Februar 2018


Ein Tag zur Vorbereitung auf Fastenzeit 2018, wie man sie leben kann.

Im Rahmen meines dreitägigen Besuchs in Genval, wurde der zweite Tag, 10. Februar 2018, im Haus der Kommunität Maria Mittlerin in Genval gehalten.

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