Mission ad gentes und CMI

CMI, Freiwilligendienst im Ausland bei den Maristen:

Erfahrungsberichte von vier Teilnehmerinnen am CMI-Programm (PDF), aus: Bulletin, 2014, Nr 1 (siehe „Veröffentlichungen”)

Links zur Website von CMI: www.champagnat.org/000.php?p=292

Mission ad gentes:

Brief von Frater Bernhard Tremmel, April 2014:

Ein glückliches Neues Jahr des Pferdes wünschen Euch die staubigen Maristenbrüder aus Kambodscha. Nach einem ungewöhnlich kalten und trockenen Winter mit Nachttemperaturen um die 12 Grad plus und nur 25 Grad plus am Tag, warten wir nun mit Sehnsucht auf einen klärenden Regen. Die Temperaturen sind nun schon frühlingshaft (20 – 32 Grad), aber die Luft wird immer dicker. Die Leute brennen hier im Frühjahr die Felder ab. Ohne Regen und Wind ist alles mit einer Staub- und Ascheschicht bedeckt und Frater Max kommt mit dem Staubsauger nicht mehr nach.

Alle kirchlichen Feste um Weihnachten und Neujahr sind wie üblich sang- und klanglos vorüber gegangen. Als ich nach Weihnachten in Phnom Penh war, bin ich im Gästehaus mit einem jungen Paar und seinem Kleinkind zusammengetroffen. Der Papa hat auf mich gedeutet und dem Kind erklärt: Das ist Father Christmas; bezeichnend für mein Aussehen, aber irreführend für den Nachwuchs.

Um mit dem kühlen Wetter besser zurecht zu kommen hat Frater Max im Garten einen Herd gebaut. Dort sorgt er mit den brennbaren Abfällen und einigem Holz für heißes Wasser, das die tägliche Nachmittagsdusche recht angenehm macht. Man sieht am hausgemachten Herd, dass Frater Max aus Bayern stammt, denn er sieht der Befreiungshalle von Kelheim sehr ähnlich.

Die Zeit nach Neujahr wird bei den Menschen hier zum Heiraten genützt. Der nie endende Lärm wird mit Lautsprechern in die Gegend posaunt, so dass jeder etwas davon hat, vor allem nachts. Nun hat unser Hund in dieser Zeit auch gehochzeitet und prompt acht Junge in die Welt gesetzt. Scheinbar ist dadurch sein Appetit beträchtlich gewachsen, denn er hat sich über den Hühnerhof hergemacht und 10 Hennen gerissen. Zur Strafe haben ihn unsere Studenten am nächsten Tag in den Kochtopf gesteckt.

Das kühle Wetter hat unsere jungen Bunong hart erwischt. Erkältungen in jeglicher Form sorgten dafür, dass unsere Hausapotheke immer leerer wurde. Dann wird es Zeit zum Arzt zu gehen. In der Praxis sieht das so aus: Man hält nach einem Geschäft mit blauem Kreuz Ausschau. Drinnen erzählt man dem „Arzt” oder „Apotheker” über den Tisch hinweg was einem fehlt. Dann bekommt man zwei Hände voll bunte Tabletten (meist aus China). Diese Behandlung trifft auch für andere Beschwerden zu und führt je nach Glaubensstärke zum Erfolg oder Misserfolg. Wenn man sich nach einer seriösen Behandlung umschaut, wird es so teuer, dass es sich die normalen Leute nicht leisten können. Mit einem Teil der Spendengelder versuchen wir bei ernsthaften Erkrankungen zu helfen.

Es gäbe noch mehr kleine Geschichten, aber wen interessiert das schon. Unsere Arbeit mit den jungen Leuten kommt gut voran. Wenn es richtige Geduldsproben gibt, dann mit den Behörden, die nur geschmiert funktionieren, wenn sie eben „geschmiert” werden. Unser Mietshaus ist zu einem beliebten Durchgangs- und Treffpunkt geworden. Bei den Studenten hat sich herumgesprochen, dass wir frei zugängliche Computer und saubere Toiletten haben; der Trinkwasserspender ist beliebt. In unserem Minigarten haben wir eine Sitzgruppe aus Beton und Stein aufgestellt wo man sich treffen und gemeinsam studieren kann. Wir hatten ursprünglich mit 17 Studenten angefangen. Dazu kamen 7 junge Leute aus einem privaten Hostel. Jetzt ist das Haus voller Jugend. Diese Situation und der Jahresbeginn haben uns veranlasst für das Jahr 2014 ein Budget aufzustellen.    

Hier eine Liste der möglichen Projekte die wir nach Absprache mit der lokalen Kirche und dem Kontostand mit den Spendengeldern  erstellt haben:

–  1 Computer und Lehrmaterial für Pulung

–  1 neue Küche für den Kindergarten in Dak Dam + laufende Kosten + Mobiliar

–  Laufende Kosten für den Kindergarten in Busra

–  Essensbeitrag für 3 Studenten in Oreang und 7 Studenten in Sen Monorom

–  2 Kleinmotorräder, 4 neue Toiletten, 1 Bücherei, 2 Sitzgruppen in Sen Monorom

–  Förderunterricht, Gehälter in Sen Monorom

Nachdem wir nur zu zweit vor Ort arbeiten, sind wir bedacht, Mitarbeiter zu finden und anzuleiten, die später einmal die Verantwortung übernehmen können. Ein Computerlehrer, der jeden Abend zwei Unterrichtsstunden übernommen hat, ergänzt nun unsere kleine Mitarbeitergruppe.

Aus dem Land, in dem alles ganz anders ist, grüßen wir (noch einmal) staubigen Brüder alle unsere Freunde in der Heimat. Die politischen Machenschaften und Unruhen stören uns bis jetzt nicht bei unserer Aufgabe, den Bunong bei der Schaffung einer besseren Zukunft zu helfen. Wir brauchen keine großen Worte zu machen. Eine liebevolle Präsenz wirkt besser als tausend Worte.

Tschum rieb lie – auf Wiedersehen – bis zum nächsten Mal und eine gesegnete Osterzeit von

Max und Bernhard

 

Brief von Frater Bernhard Tremmel, Dezember 2013 (PDF)

Brief von Frater Bernhard Tremmel, April 2014 (PDF)

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